20 %-ige Abzugssteuer (oder Quellensteuer) bei Personalgestellung von ausländischen Arbeitskräfteüberlassern (Inbound-Fälle)

Kurz zusammengefasst die Ausgangsbasis: Seit einem VWGH-Erkenntnis vom 22.5.2013 gilt für die Steuerpflicht der ausländischen Leasingmitarbeiter der wirtschaftliche Arbeitgeberbegriff d.h. der Tätigkeitsstaat ist zur Einhebung befugt.

Einzige Ausnahme ist Deutschland, wo durch eine Sondervorschrift im DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) noch immer die 183-Tageregelung aufrecht bleibt.

Um diesen Lohnsteuerabzug in Österreich sicherzustellen sieht das Gesetz vor, dass die Einkommenssteuer beschränkt Steuerpflichtiger (d.h. von dem nicht in Österreich ansässigen Leasingunternehmen) bei Einkünften aus der Gestellung von Arbeitskräften zur inländischen Arbeitsausübung durch einen 20 %-igen Steuerabzug an das Betriebsstättenfinanzamt des österreichischen Beschäftigerbetriebes erhoben wird.

Zu entrichten ist die Steuer bis zum 15. des auf die Bezahlung der Rechnung folgenden Monats.

Die Bemessungsgrundlage bildete bis zu einem VWGH-Erkenntnis im Jahr 2015 der Bruttobetrag laut Rechnung (Gestellungsvergütung).

Seither ist unter bestimmten Voraussetzungen auch die Nettoabzugsbesteuerung zulässig (d.h. nur Gemeinkostenzuschlag und Gewinnzuschlag werden besteuert). Steuerschuldner ist der österreichische Auftraggeber.

Möglichkeiten des Absehens vom Einbehalt der Abzugssteuer sind bei konzerninterner Überlassung von Angestellten unter Nachweis einer Ansässigkeitsbescheinigung der ausländischen Steuerbehörde, sowie bei der freiwilligen lohnsteuerlichen Erfassung der Arbeitslöhne durch ein österreichisches Finanzamt unter Ausstellung eines Befreiungsbescheides (vom Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart) in den übrigen Fällen vorgesehen.

Nur durch die Vorlage dieses österreichischen Befreiungsbescheides (ausgestellt auf den Namen der ausländischen Leasingfirma) kann der Abzugsbesteuerung durch die österreichische Finanz entgangen werden.

ACHTUNG: Sofern ein Betrieb, der in der Baubranche tätig ist und Bauleistungen erbringt, auf einer Baustelle für einen Generalunternehmer tätig wird oder für einen Auftraggeber, der üblicherweise selbst Bauleistungen erbringt und sich dabei ausländischer Personalgestellungsfirmen bedient, kommt zusätzlich zur Abzugssteuer noch die Auftraggeberhaftung zum Tragen (5 % Finanzamt. 20 % GKK).

Nur der HFU-Listeneintrag schützt vor dieser Haftung!

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