Für alle Dienstverhältnisse, die vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, gilt noch das „alte“ Abfertigungsrecht, soweit nicht ein Übertritt in das „neue“ Abfertigungsrecht vereinbart wurde. Wenn ein solches Dienstverhältnis nun durch Dienstgeberkündigung, einvernehmliche Lösung, Pensionsantritt, Mutter- bzw. Vaterschaftsaustritt, unbegründete Entlassung, vom Dienstnehmer nicht verschuldete begründete Entlassung, begründeter vorzeitiger Austritt oder Tod des Dienstnehmers gelöst wird, stellt sich insbesondere bei Wechsel von einer Vollbeschäftigung auf eine Teilzeitbeschäftigung die Frage, was als Bemessungsgrundlage für die Abfertigungsberechnung heranzuziehen ist.

Grundsätzlich gilt das Aktualitätsprinzip, das heißt für die Abfertigungsberechnung ist das letzte Monatsentgelt anzuwenden. Davon bestehen folgende Ausnahmen: 

Wenn eine bloß vorübergehende Teilzeitbeschäftigung vorliegt (zB aufgrund saisonaler Schwankungen) ist vom Aktualitätsprinzip abzugehen und der monatliche Durchschnittsverdienst aus den letzten 12 Monaten zu berechnen.

Wurde die Normalarbeitszeit nach Vollendung des 50. Lebensjahres herabgesetzt, ist gem. § 14 Abs. 4 AVRAG für die Ermittlung des letzten Monatsentgelt jedoch ein Durchschnitt aus der geleisteten Arbeitszeit aller Dienstjahre zu bilden, wenn die Teilzeitbeschäftigung länger als 2 Jahre gedauert hat und keine andere Vereinbarung zu Gunsten des Dienstnehmers abgeschlossen wurde. Hat die Teilzeitbeschäftigung des über 50-jährigen kürzer als oder genau 2 Jahre gedauert, ist der Abfertigungsberechnung die Arbeitszeit vor Herabsetzung zu Grunde zu legen.

Bei einer Dienstgeberkündigung, einvernehmlichen Lösung, unverschuldeten Entlassung oder einem begründeten vorzeitigen Austritt während einer Elternteilzeit ist für eine Abfertigung das aktuelle Entgelt auf die Arbeitszeit vor Antritt der Elternteilzeit umzurechnen. Bei einer Kündigung durch den Dienstnehmer (Mutter- bzw. Vaterschaftsaustritt) ist für die Berechnung des halben Abfertigungsanspruches die durchschnittliche Arbeitszeit der letzten fünf Jahre (Karenzzeiten sind außer Acht zu lassen) maßgeblich. Dieser 5-Jahres-Schnitt ist auch für die eingangs erwähnten Kündigungsgründe während der Elternteilzeit heranzuziehen, wenn dieser zu einem für den Dienstnehmer besseren Ergebnis führt.

Wird ein Dienstverhältnis während einer Bildungs-, Pflege- oder Altersteilzeit beendet, ist für die Bemessungsgrundlage der Abfertigungsberechnung die im letzten Monat vor Antritt dieser Maßnahme geleistete Arbeitszeit anzusetzen.

Auch wenn eine Umgehungshandlung (zB wenn dem Dienstnehmer ein Wechsel in eine Teilzeitbeschäftigung aufgenötigt wurde und er kurz darauf gekündigt wird) vorliegt, gilt das Aktualitätsprinzip nicht.

Ihr Berater der UNICONSULT steht ihnen für Fragen dazu gerne zur Verfügung.

 

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