Wie Sie kostenintensive Fehler bei All-In-Vereinbarungen vermeiden

Viele Arbeitnehmer in Österreich haben Dienstverträge mit All-In-Vereinbarungen geschlossen. Als Arbeitgeber ist es wichtig, darauf zu achten, dass All-In-Vereinbarungen formell und materiell richtig abgeschlossen werden und die „Deckungsrechnung“ ein Mal pro Jahr korrekt durchgeführt und dokumentiert wird. Es drohen ansonsten hohe Verwaltungsstrafen (Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz – LSD-BG). 

Zwingende betragsmäßige Angabe des Grundentgelts

Das Grundentgelt (ohne Zuschläge, Zulagen etc.), das dem Arbeitnehmer für die vereinbarte Normalarbeitszeit gebührt, ist betragsmäßig im Dienstvertrag anzugeben. Wird dem in Dienstverträgen, die nach dem 1.1.2016 abgeschlossen wurden, nicht entsprochen, wird dies dadurch sanktioniert, dass der betroffene Arbeitnehmer Anspruch auf das Ist-Entgelt hat (das ist das kollektivvertragliche Mindestentgelt zuzüglich branchen- und ortsüblicher Überzahlung, das vergleichbaren Arbeitnehmern von vergleichbaren Arbeitgebern gebührt). Weiters drohen Verwaltungsstrafen nach dem LSD-BG, wenn das Grundentgelt niedriger ist als das Mindestentgelt nach den gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Vorschriften. 

Entgelt

Das All-In-Entgelt ist ein Gesamtentgelt, dass unabhängig vom tatsächlichen Ausmaß der Arbeitsleistung zusteht. Sämtliche Arbeitsleistungen des Arbeitnehmers sind damit abgegolten, also insbesondere auch Mehr- und Überstunden samt damit verbundener Zuschläge sowie der Arbeit an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen.

Deckungsprüfung

Im Rahmen der – mitunter komplizierten – Deckungsprüfung ist zu ermitteln, ob die vom Arbeitnehmer tatsächlich im Beobachtungszeitraum geleisteten Mehr- und Überstunden inkl. Zuschlägen durch den Differenzbetrag zwischen All-In-Entgelt und Grundentgelt abgegolten sind. Übersteigen die geleisteten Mehr- bzw. Überstunden jenes Ausmaß, das durch die All-In-Vereinbarung gedeckt ist, so sind die darüber hinausgehenden Überstunden zusätzlich abzugelten.

Aufgrund der Gefahr allfälliger hoher Nachzahlungen empfehlen wir jedenfalls, sich hinsichtlich der Deckungsprüfung mit ihrem UNICONSULT – BERATER in Verbindung zu setzen.

 

FRAGEN ZUM

THEMA?

Mag. René Orth

+43 50885 – 901

rene.orth@uniconsult.at

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