Eine wichtige Voraussetzung für die antragslose Arbeitnehmerveranlagung (siehe Blog-Beitrag vom 17.02.2017) ist die automatische Übermittlung von Sonderausgaben an das Finanzamt.

Sonderausgaben wie z.B. Spenden oder Kirchenbeitrag mussten bisher im Rahmen der Steuererklärung geltend gemacht werden. Ab der Veranlagung 2017 ist es – aufgrund der automatischen Übermittlung der Sonderausgaben an das Finanzamt – nicht mehr nötig Sonderausgaben in die Steuererklärung mitaufzunehmen.

Die spendensammelnde Organisation hat via FinanzOnline den Gesamtbetrag aller im Kalenderjahr getätigten Spenden pro Person bis Ende Februar des Folgejahres zu melden. Für die Meldung benötigen die spendensammelnden Organisationen gewisse Informationen vom Spender wie Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum. Neben Spenden werden auch die Kirchenbeiträge an das Finanzamt gemeldet. Da der Kirchenbeitrag im Hinblick auf die Absetzbarkeit mit € 400,00 gedeckelt ist, müssen Kirchen und Religionsgemeinschaften maximal € 400,00 an das Finanzamt melden.

Aus datenschutzrechlichen Gründen werden die übermittelten Sonderausgaben verschlüsselt. Dies bedeutet z.B., dass der Sachbearbeiter im Finanzamt nur die Summen der Sonderausgaben pro Kalenderjahr sieht, nicht jedoch an wen die Spenden getätigt wurden.

Für die Frage in welchem Jahr die Spenden als Sonderausgabe berücksichtigt werden, ist der Abflusszeitpunkt, d.h. Zahlungszeitpunkt, maßgeblich. Bei Spenden rund um das Jahresende ist es teilweise schwierig festzustellen, ob die Zahlung im abgelaufenen oder aktuellen Jahr erfolgt ist. Daher gilt Folgendes: Die spendensammelnde Organisation kann bei Zahlungseingang bis 3. Jänner annehmen, dass die Spenden dem Vorjahr zuzuordnen sind.

Wahlrechte – wie z.B. der Nachkauf von Versicherungszeiten, welche auf Antrag auf 10 Jahre verteilt werden dürfen – können weiterhin über Antrag und im Wege der Veranlagung ausgeübt werden.

Wie auch der Lohnzettel können die Sonderausgaben im FinanzOnline abgefragt werden. Wurden Daten fehlerhaft oder nicht automatisch übermittelt, kann die spendensammelnde Organisation dazu veranlasst werden, innerhalb von drei Monaten die Daten zu übermitteln bzw. zu berichtigen. Geschieht dies nicht, müssen die Sonderausgaben dem Finanzamt z.B. durch Kontoauszüge glaubhaft gemacht werden. Daher sollten die Dokumente für Sonderausgaben weiterhin aufbewahrt werden.

Für nähere Infos steht Ihnen gerne Ihr UNICONSULT-Berater zur Verfügung!

 

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