Crowdfunding – Alternative zur Bankfinanzierung oder doch nur Hype?

Während in einigen Medien ein Boom des Crowdfunding dargestellt wird und diese neue Finanzierungsform als wichtige Alternative zur Finanzierung von innovativen Ideen und Start-ups gesehen wird, gibt es auch viele kritische Stimmen, die das Crowdfunding als gescheitert ansehen und das Potential als gering einstufen.

Crowdfunding vs. Crowdinvesting
Beschäftigt man sich mit dem Thema Crowdfunding ist es wesentlich, zunächst die Begrifflichkeiten abzugrenzen. Crowdfunding und Crowdinvesting werden oft im gleichen Kontext verwendet, weisen aber einen zentralen Unterschied auf. Während beim Crowdfunding der soziale Gedanke im Vordergrund steht und Gelder wie bei einer Spendensammlung für ein bestimmtes Projekt eingesammelt werden und es in der Regel keine Gegenleistung oder lediglich Sachzuwendungen gibt, geht es beim Crowdinvesting tatsächlich um ein Investment, für das sich die Anleger auch Erträge erwarten.

Bis zum Halbjahr 2016 bereits um € 5 Millionen mehr Volumen als 2015 im Gesamtjahr!
Laut Wirtschaftskammer wurden im ersten Halbjahr 2016 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über € 15 Millionen umgesetzt und seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes für Alternative Finanzierungen haben sich die Projekte mehr als verdreifacht. Wenn man das Volumen in Verhältnis zu den Unternehmensfinanzierungen in diesem Zeitraum setzt, ist dieser Betrag weiterhin überschaubar.

Vom Bierzapfsystem bis zum Mini-Sonnenkraftwerk für die Stadt
Die erfolgreichsten Projekte in den vergangenen Monaten waren neben Fußballvereinen wie Austria Wien und Rapid Wien, die innerhalb von wenigen Wochen gemeinsam über € 4 Millionen einsammeln konnten, Unternehmen verschiedenster Branchen. Unter den Projekten mit den höchsten Finanzierungssummen war neben einem innovativen Bierzapfsystem auch ein Gästemanagementsystem für Großveranstaltungen sowie ein Biohof und ein Sonnenstromprojekt.

Emotionen und „Story to tell“ als wesentliche Erfolgsfaktoren
Bei Analyse der Präsentationen für diese Unternehmen fiel auf, dass sehr stark mit Emotionen und weniger mit Sachinformationen gearbeitet wurde. Der Geschäftsinhalt wurde so simpel wie möglich dargestellt und nur wenige Eckdaten wurden genannt. Der Investor soll das Gefühl haben, dass er mit seinem Geld etwas bewegen kann. Die Revolution in der Bierzapftechnik wurde beispielsweise ausgerufen. Zu den Zinsen gab es bei den meisten Projekten weitere Anreize, je nach Höhe der Investition. Das Sonnenstromprojekt war gänzlich anders konzipiert. Im Fokus stand eine bestimmte Anzahl an Vorbestellungen zu bekommen, damit eine Serienproduktion gestartet werden kann. Es gelang über 1000 Vorbestellungen beziehungsweise mehr als € 600.000 einzusammeln.

Resümee: „Nischenplayer mit Potential“
Als Massenbewegung und tatsächliche Alternative zur Bankfinanzierung kann man das Crowdinvesting noch nicht bezeichnen. Für bestimmte Unternehmen kann es eine sehr interessante Ergänzung zu den konventionellen Finanzierungsmodellen sein. Vor allem die Idee, das Risiko einer ersten Serienproduktion durch Vorbestellungen abzusichern, könnte einige spannende Produkte auf den Markt bringen und der Unternehmer erhält bereits in einem frühen Stadium ein breites Feedback darüber, wie der Markt seine Produkte annimmt.

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