Fehlendes Fahrtenbuch erhöht das Risiko eines steuerlichen Sachbezugs!

Wird einem Dienstnehmer vom Arbeitgeber ein Kraftfahrzeug zur Verfügung gestellt, kann dieses häufig – neben den betrieblichen Fahrten – auch für Privatfahrten verwendet werden. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Vorteil aus dem Dienstverhältnis, welcher als steuerlicher Sachbezug berücksichtigt werden muss. Als Privatfahrt gilt bei einem Dienstnehmer auch die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. 

Der Sachbezug beträgt für besonders schadstoffarme Kraftfahrzeuge 1,5 % der Anschaffungskosten, maximal € 720,00 pro Monat. Für die Frage, ob es sich um ein schadstoffarmes Kraftfahrzeug handelt oder nicht, müssen die CO2-Emissionen zum Anschaffungszeitpunkt näher betrachtet werden. Für das Jahr 2017 beträgt der Grenzwert für ein schadstoffarmes Kraftfahrzeug 127g/km. In den Folgejahren sinkt der CO2-Grenzwert um je 3 g/km. Ist der CO2-Wert im Jahr der Anschaffung unter der Grenze, bleibt der Sachbezug auch in Folgejahren bei 1,5 %. Die Beurteilung bezieht sich auf den Anschaffungszeitpunkt.

Für Kraftfahrzeuge, die diesen Grenzwert überschreiten, beträgt der Sachbezug 2 % von den Anschaffungskosten, maximal € 960,00 pro Monat.

Sofern nachweislich nicht mehr als 6.000 km pro Jahr privat zurückgelegt werden, ist nur der halbe Sachbezug anzusetzen. Für den genauen Nachweis der betrieblichen bzw. privaten Nutzung ist (es muss jedoch nicht) typischerweise ein Fahrtenbuch zu führen. Ohne Fahrtenbuch muss dem VwGH folgend und im Sinne der Gleichmäßigkeit der Besteuerung ein strengerer Maßstab an den Nachweis gelegt werden.

So musste sich das Bundesfinanzgericht erst vor kurzem mit folgendem Sachverhalt beschäftigen:
Einem Geschäftsführerehepaar wurden zwei firmeneigene PKWs zur Verfügung gestellt. Weiters hatten sie noch vier Privatfahrzeuge. Die Gattin mit einer 25 %igen Beteiligung war Dienstnehmerin, hatte aber keinen Sachbezug angesetzt und Privatfahrten heftig bestritten. Für den Ansatz eines steuerlichen Sachbezugs sprach, dass kein Fahrtenbuch geführt wurde und auch die Autoschlüssel und Fahrzeugpapiere nicht – wie ursprünglich behauptet – im Tresor verwahrt wurden. Weiters waren zwei der vier privaten Fahrzeuge Oldtimer, die im Winter für Fahrten zwischen dem Wohnort und der Arbeitsstätte der Hotelbetriebs GmbH auf 1.600 m nicht geeignet waren. Dies sprach wiederum für eine Privatnutzung des betrieblichen PKW. So entschied das Bundesfinanzgericht, dass aufgrund einer zumindest teilweisen Privatnutzung der halbe Sachbezug anzusetzen ist.

Wie dieser Fall zeigt, bestehen gewisse Schwierigkeiten des Nachweises, wenn kein Fahrtenbuch geführt wird.

Für nähere Infos steht Ihnen gerne Ihr UNICONSULT-Berater zur Verfügung!

 

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