Mit Erkenntnis vom 18.12.2017 hat der VwGH (Verwaltungsgerichtshof) dem BFG (Bundesfinanzgericht) sowie der Finanzverwaltung widersprochen und Verbindlichkeiten nicht als Kapitalanlage eingestuft. Somit sind Verluste aus betrieblichen Fremdwährungskrediten zur Gänze von der Einkommensteuer absetzbar. 

Eine natürliche Person erlitt aufgrund der Konvertierung eines betrieblichen Fremdwährungskredites im Jahr 2013 einen Verlust, welcher nach Ansicht des Finanzamt nur zur Hälfte ausgleichsfähig war, da es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen handle. Der BFG folgte dieser Einschätzung. Der VwGH lehnte dies ab und begründete dies folgendermaßen:

Es handle sich nur bei Finanzvermögen um Einkünfte aus Kapitalvermögen, welche vom § 27 Abs. 3 EStG erfasst sind, nicht aber bei Finanzverbindlichkeiten. Der Schuldner erhält aus der Verbindlichkeit keine Einkünfte aus Überlassung von Kapital. Damit unterliegt auch die Konvertierung eines Fremdwährungskredites nicht den Einkünften aus Kapitalvermögen und somit kommt es nicht zu einer Kürzung des Gewinns um 55 % (bis Ende 2015 50 %). Daher sind realisierte Kursgewinne und  -verluste im Betriebsvermögen sowie Gewinne und Verluste aus der Konvertierung von betrieblichen Fremdwährungskrediten stets steuerpflichtig. Bei den Gewinnen bzw. Verlusten aus der Konvertierung muss beachtet werden, dass laut Rechtsprechung erst die Konvertierung in Euro zur Realisierung führt.

Zusammengefasst bedeutet das Erkenntnis des VwGH, dass ein Kursverlust zur Gänze den Gewinn mindert bzw. den Verlust erhöht und ein Kursgewinn zur Gänze den Gewinn erhöht bzw. Verlust verringert.

Eine Steuerpflicht eines Schuldnachlasses im Privatvermögen kann nur als Spekulationsgeschäft entstehen, wenn der „Gewinn“ innerhalb der einjährigen Frist erzielt wird.

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