Das Gesellschafter-Verrechnungskonto (GmbH) führt bei Außenprüfungen durch das Finanzamt immmer wieder zu Diskussionen. Aus der Beratungspraxis können wir hier zusammenfassen, dass sich oft die Frage der Fremdüblichkeit stellt. Wird diese verneint, kann die Finanz eine verdeckte Gewinnausschüttung unterstellen und schreibt Kapitalertragsteuer vor.

Die Körperschaftsteuerrichtlinien definieren die Parameter für die Prüfung der Fremdüblichkeit:

1.    Vorliegen von Dokumentationen

Vertragliche Prämissen der Kreditgewährung – sofern hier keine Dokumentation vorliegt, ist anzunehmen, dass eine kurzfristige Kreditgewährung vorliegt (Kontokorrentverhältnis). In diesem Fall hat die Verzinsung der Forderung entsprechend hoch zu sein und muss die Bonität des Gesellschafters ausreichen, um wie bei einer Kontokorrentschuld die Verbindlichkeit kurzfristig (innerhalb eines Jahres) tilgen zu können.

2.    Prüfung der Bonität des Gesellschafters

Zur Beurteilung der Bonität des Gesellschafters sind insbesondere die Höhe und die Stabilität des Einkommens des Gesellschafters relevant. Daneben sind Ersparnisse und sonstige Schulden als Kriterium für die Bonitätsprüfung heranzuziehen.

3.    Sicherheiten der Gesellschaft

Sicherheiten des Gläubigers haben die Gesellschaft gegen das Ausfallrisiko aus der Geldmittelüberlassung abzusichern, weil die Bonität des Gesellschafters gerade bei einer längerfristigen Überlassung aufgrund künftiger Entwicklungen nicht abschätzbar ist. Die Sicherheiten müssen derart gestaltet sein, dass die Gesellschaft in der Lage ist, ihre Forderung durch Zugriff zu befriedigen.

Fehlende Sicherheiten bei einer Kreditierung von über EUR 50.000 und einer vereinbarten Dauer von mehr als drei Jahren deuten auf Fremdunüblichkeit hin, was wiederum ein „starkes Indiz“ für eine absehbare Uneinbringlichkeit darstellt. Eine verdeckte Ausschüttung ist anzunehmen, wenn die Gesellschaft im Falle nicht ausreichender Sicherheiten bei Verschlechterung der Bonität des Gesellschafters keine umgehenden und rechtzeitigen Maßnahmen setzt, um die Einbringlichkeit der Forderung sicherzustellen. In diesem Fall wird ein (konkludenter) Forderungsverzicht angenommen.

Sofern die Prüfung nach obigen Parametern ergibt, dass die am Verrechnungskonto erfasste Forderung als Darlehen an den Gesellschafter zu qualifizieren ist, kann eine verdeckte Ausschüttung gegebenenfalls (nur) im Ausmaß der Differenz zwischen der tatsächlich erfolgten Verzinsung und einer fremdüblichen Verzinsung vorliegen.

Für weitere Informationen steht Ihnen Ihr UNICONSULT-Berater gerne zur Verfügung.

 

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