Eine unkomplizierte Möglichkeit eine Einpersonen–GmbH zu gründen bietet ab 2018 das Deregulierungsgesetz. Die vereinfachte Gründung ist bei GmbHs möglich, deren einziger Gesellschafter eine natürliche Person und zugleich einziger Geschäftsführer ist. 

Nach dem Gesetz ist die Gründung einer Einpersonen-GmbH mit einem Stammkapital von € 35.000 auch ohne Beiziehung eines Notars möglich. Sofern die Gründung ohne Notar erfolgt, hat der Gesellschafter und Geschäftsführer mindestens die Hälfte des gesetzlich geforderten Stammkapitals, also € 17.500 auf ein Bankkonto einzuzahlen.

Alternativ kann jedoch auch die Gründungsprivilegierung in Anspruch genommen werden, damit reduziert sich der einzuzahlende Betrag auf € 5.000 und das Stammkapital auf € 10.000 (für die ersten 10 Jahre).

Um Missbrauchsfällen vorzubeugen, ist für GmbH-Gründer eine physische Identifizierung mittels Lichtbildausweis im Zuge der bar zu leistenden Stammeinlage durch eine Bank verpflichtend vorgesehen. Das Kreditinstitut übermittelt die Identifizierungsdaten, die Musterzeichnung und die Bankbestätigung an das Firmenbuch.  Im Anschluss identifiziert sich der Gesellschafter zusätzlich elektronisch beim Unternehmensserviceportal. Über dieses Portal kann in einem Schritt die Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft abgegeben und der Antrag auf Eintragung der Gesellschaft im Firmenbuch gestellt werden.

Überblick über die wesentlichen Eckpunkte der GmbH-Gründung 

  • Eine vereinfachte GmbH-Gründung ist möglich, wenn es nur einen Gesellschafter gibt, der auch einziger Geschäftsführer werden soll.
  • Die Errichtungserklärung darf über den gesetzlichen Mindestinhalt (insbesondere Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Höhe des Stammkapitals und Betrag der Stammeinlage, Gründungskosten bis zu maximal € 500) nicht hinausgehen.
  • Bei der vereinfachten Gründung ist keine Beglaubigung durch einen Notar erforderlich, sondern sie erfolgt in elektronischer Form.
  • Voraussetzung ist die zweifelsfreie Feststellung der Identität des Gesellschafters im Zuge der Gründung – dies erfolgt durch ein Kreditinstitut bei der Einzahlung der in bar zu leistenden Stammeinlage.
  • Eine Gründungsprivilegierung mit einer Stammeinlage iHv € 10.000 worauf lediglich € 5.000 in bar zu leisten sind, steht auch im Rahmen der vereinfachten GmbH-Gründung frei.

Die Möglichkeit der vereinfachten GmbH-Gründung ist ab 1.1.2018 in Kraft getreten und vorerst zeitlich befristet. Weiters gilt zu beachten, dass bei der Gründung ohne Beiziehung eines Notars eine rechtliche Beratung durch eben diesen nicht stattfindet (z.B. Haftungsrisiken für Gesellschafter und Geschäftsführer).

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