Unternehmen, welche rechnungslegungspflichtig sind oder freiwillig Bücher führen, sind jährlich dazu verpflichtet, eine Inventur durchzuführen. Inventur bedeutet die Bestandsaufnahme sämtlicher Vermögensgegenstände und Schulden.

Die Inventur hat einerseits eine wichtige Kontrollfunktion – um durch Gegenüberstellung der Soll- und Ist-Bestände mögliche Zu- oder Abgänge festzustellen und ist damit wesentlicher Bestandteil des Internen Kontrollsystems (IKS). Andererseits ist die Inventur auch ein relevanter Bestandteil der Jahresabschlusserstellung und beeinflusst der Inventurwert unmittelbar das Betriebsergebnis.

Die Inventur muss am Ende des letzten Arbeitstages des alten Wirtschaftsjahres oder am ersten Arbeitstag des neuen Wirtschaftsjahres erfolgen. Bei vielen Unternehmen ist das Ende des Geschäftsjahres der 31.12., daher wird oftmals auch an diesem Tag die Inventur durchgeführt.

Grundsätze der Inventur:  Vollständigkeit – Richtigkeit – Überprüfbarkeit

Zur Durchführung der Inventur müssen die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (Vollständigkeit, Richtigkeit, Überprüfbarkeit) eingehalten werden. Das heißt, Inventurmaßnahmen sind so zu dokumentieren, dass ein Dritter in angemessener Zeit ohne Schwierigkeiten die Geschäftsfälle nachvollziehen kann. Aufzeichnungen der Inventur wie etwa Zähllisten sollen nicht mit leichtentfernbaren Schreibmitteln erfolgen und sind sieben Jahre aufzubewahren. 

Wann muss die Buchhaltung angepasst werden?

Weicht das Ergebnis der Inventur z. B. aufgrund eines Diebstahles vom Stand in den Büchern ab, so ist der Wert in der Buchhaltung entsprechend anzupassen. Die Differenz fließt direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung ein und ist in der Bilanz wieder zu finden. Weiters ist – je nach Art der Erfassung des laufenden Wareneinkaufes – der Wareneinsatz zu adaptieren.

Verstoß gegen die Inventurvorschriften – was passiert?

Wird durch einen Inventurfehler ein wesentlicher formeller oder sachlicher Mangel festgestellt, so ist die Finanzbehörde zur steuerlichen Schätzung verpflichtet. Zu wesentlichen Mängel zählen unter anderem das Fehlen von Inventurlisten, unvollständige oder gar falsche Aufnahmen der Bestände oder das Fehlen von für die Inventur erforderlicher Grundaufzeichnungen (Schmierzettel, elektronische Warenwirtschaftssysteme etc.).

Unternehmensrechtlich führen wesentliche Inventurmängel zu einem unrichtigen Jahresabschluss, was für den Geschäftsführer zu persönlichen Haftungen und strafrechtlichen Konsequenzen führen kann.

Bei Fragen zu diesem Thema steht Ihnen Ihr UNICONSULT-Berater gerne zur Verfügung.

 

 

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MMag. Dr. Andreas Payer

+43 50885 – 100

andreas.payer@uniconsult.at

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