In den vergangenen Wochen ist vermehrt zu beobachten, dass gemeldete Kapitalabflüsse von den Abgabenbehörden im Hinblick auf die Herkunft geprüft werden. Dies wird zum Anlass genommen dieses Thema kurz zu erläutern.  

Kreditinstitute, Zahlungsinstitute und die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) sind verpflichtet Kapitalabflüsse ab € 50.000,00 von privaten Konten oder Depots natürlicher Personen an das Bundesministerium für Finanzen zu melden. Von der Meldepflicht ausgenommen sind Kapitalabflüsse von Geschäftskonten von Unternehmen und Treuhandkonten von Notaren, Rechtsanwälten und Wirtschaftstreuhändern. Auch Eigenüberträge von Privatkonto auf Privatkonto oder von Depot zu Depot desselben Eigentümers bei derselben Bank sind nicht meldepflichtig.  

Kapitalabflüsse sind gemäß Kapitalmeldegesetz (KapMeldeG):

  • Auszahlung und Überweisung von Sicht-, Termin- und Spareinlagen
  • Auszahlung und Überweisung im Rahmen der Erbringung von Zahlungsdiensten oder im Zusammenhang mit dem Verkauf von Bundesschätzen
  • Übertragung von Eigentum an Wertpapieren mittels Schenkung im Inland 
  • Verlagerung von Wertpapieren in ausländische Depots

Um eine Umgehung zu vermeiden, besteht auch bei Beträgen unter € 50.000,00 eine Meldepflicht, wenn die Beträge Vorgänge betreffen, die offenkundig miteinander verbunden sind. Laut Erlass des BMF ist wie folgt vorzugehen: 

Zusammengerechnet werden alle in einem Kalenderquartal von einem Kunden von demselben Konto bzw. Depot durchgeführte

  • Überweisungen zugunsten desselben Empfängerkontos (bestimmt durch dessen IBAN/Kontonummer) zwischen € 10.000 und 49.999,99 
  • Barbehebungen zwischen € 10.000 und 49.999,99 
  • Depotüberträge zugunsten desselben Empfängerdepots (bestimmt durch dessen Depotnummer) im Wege der freien Lieferung im Gegenwert von € 10.000 bis 49.999,99. 

Ergibt die Zusammenrechnung einer Kategorie einen Betrag von mindestens € 130.000, erfolgt die Meldung des Gesamtbetrags dieser Kategorie spätestens am letzten Tag des dem Kalenderquartal folgenden Monats. 

Die Kapitalabflussmeldungen werden beim Finanzamt im elektronischen Abgabenakt des betroffenen Abgabenpflichtigen hinzugefügt. Weiters können diese Meldungen im Rahmen von Außenprüfungen sowie einer Nachschau genutzt werden.  Die Meldungen werden in letzter Zeit verstärkt vom Finanzamt geprüft und häufig wird eine Vielzahl von Unterlagen angefordert. Hierbei geht es vor allem darum, zu die hinter dem Geldverkehr stehenden wirtschaftlichen Zusammenhänge zu analysieren und eine mögliche Steuerhinterziehung aufzudecken. 

Sollten Sie zu diesem Thema Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Berater bei der UNICONSULT. 

 

FRAGEN ZUM

THEMA?

Mag. Sandra AUGUSTIN

+43 50885 – 706

sandra.augustin@uniconsult.at

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