Konsequentes Working Capital Management verbessert die Liquiditätssituation deutlich Eine ausgewogene Liquiditätssituation ist (über)lebenswichtig für eine Unternehmung! Hat man die Liquidität nicht im Griff, so braucht man sich über weitere strategische Ausrichtungen des Unternehmens keine Gedanken machen, da man die Zukunft nicht mehr erleben wird.

Professionelles Working Capital Management stärkt die Liquidität. Hierzu ist es notwendig die wesentlichen Treiber des Working Capital festzumachen, diese sauber mit den notwendigen Werkzeugen zu monitoren und zu reporten und die notwendigen Maßnahmen zur Optimierung abzuleiten. Doch wie kann dies in der Praxis aussehen?
Working Capital stellt laut Definition das Umlaufvermögen (current assets) minus der kurzfristigen Verbindlichkeiten (current liabilities) dar.

Der Working Capital Saldo gibt somit Aufschluss über die Liquidität eines Unternehmens und der Effizienz der Betriebsabläufe. Erzielt man dauerhaft keinen positiven Working Capital Saldo, so wird das Unternehmen auf Grund Zahlungsunfähigkeit in die Insolvenz schlittern. So ist es daher in einem ersten Schritt wichtig, im Unternehmen aussagekräftige Kennzahlen zur Messung des Working Capital zu entwickeln (wie z.B Working Capital Ratio) und eine seriöse Liquiditätsplanung aufzusetzen. Je angespannter die Situation ist, desto kurzfristiger muss der Planungshorizont gewählt werden.

Wenn man nun brauchbare Kennzahlen im Unternehmen vorliegen hat und diese auch regelmäßig im Berichtswesen enthalten sind, muss man die richtigen Maßnahmen setzen um eine Verbesserung des Working Capital und somit der Liquidität zu erreichen. Was sind nun die Treiber und Einflussfaktoren des Working Capital? Welche wesentlichen operativen Einflussfaktoren – sowohl positiver als auch negativer Natur – gibt es?

Dr. Thomas Lindinger MBA, UNICONSULT Ried i. I.

Debitorenmanagement:
Eine schnelle Begleichung der offenen Forderungen ist anzustreben. Dies kann unter anderem durch eine rasche Leistungsabrechnung, ein strukturiertes Mahnwesen, Anpassung von Zahlungsbedingungen (z.B. Anreizsystem für eine frühere Zahlung, Teilrechnungen etc). und Vermeidung von Forderungsausfällen (wenn notwendig und sinnvoll auch durch Versicherung) erreicht werden.

Lieferantverbindlichkeiten:
Hier muss das Ziel eine Verbesserung der Zahlungsfristen sein, was natürlich auch stark von der Marktmacht gegenüber den jeweiligen Lieferanten abhängig ist. Wiederkehrende fixe Zahlungs- und Überweisungstermine können von Nutzen sein.

Durchlaufzeiten in der Produktion:
Verbessert man die Durchlaufzeiten in der Produktion, ist die Dauer der Kapitalbindung eine geringer und dies hat wiederum einen positiven Einfluss auf das Working Capital. Um dies zu erreichen ist eine stetige Verbesserung der Ablaufprozesse anzustreben und durchzuführen. Hier sollte auch die Notwendigkeit der aktiven Einbindung der Kunden in den Planungsprozess nicht außerachtgelassen werden.

Lagerwirtschaft:
Je nach Geschäftsmodell, kann eine optimierte Lagerwirtschaft und der optimale Bestand einen ebenfalls großen Einfluss auf die Liquiditätssituation eines Unternehmens habe. Saubere Planung der Bedarfe und optimierte Reichweiten der Bestände sind hier unumgänglich.

Zusammenfassung
Working Capital Management stellte eine wesentliche Größe zur Verbesserung der Liquiditätssituation dar. Dazu ist es im ersten Schritt notwendig, entsprechende Kennzahlen hinsichtlich der Messung der Liquidität im Unternehmen zu implementieren. Aber auch operative Kennzahlen der wesentlichen Treiber – wie z.B. Geldeingangsdauer, Lager- und Bestandskennzahlen, Produktivitätskennzahlen – sind notwendig. Nur so ist sichergestellt, dass auch an den richtigen Rädchen zur Verbesserung der Situation gedreht wird. Als Lohn für diesen Aufwand erntet man eine wesentliche Steigerung in der Effizienz der Betriebsabläufe, damit einhergehend deutlichen Verbesserung der Liquidität im Unternehmen und eine Verminderung des Finanzierungsaufwandes.

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