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Im November 2017 wurde die Mietvertragsgebühr für Wohnräume abgeschafft. Seitdem wird diese Gebühr, welche 1 % der Bemessungsgrundlage beträgt, nur noch auf Überlassungen von Geschäftsräumen eingehoben. Diese bemisst sich danach, ob die Vermietung befristet oder unbefristet ist. Bei befristeten Verträgen wird die Dauer mit dem Jahreswert aus Kosten wie Miete, Betriebskosten, Umsatzsteuer multipliziert und damit ein vervielfachter Jahreswert herangezogen (jedoch maximal das 18-fache des Jahreswertes). Handelt es sich um einen unbefristeten Vertrag, so wird der dreifache Jahreswert als Bemessungsgrundlage herangezogen. Geht dennoch ein befristeter Mietvertrag auf einen unbefristeten Zeitraum über, sind beide Jahreswerte zu addieren, sodass die Bemessungsgrundlage im dementsprechenden Fall die Höchstgrenze, das 21-fache des Jahreswertes, erreichen kann. Somit kann es zu einer Nachforderung der Gebühr kommen. 

Dieser Zustand wird zusätzlich verkompliziert, da ein auf unbestimmte Zeit abgeschlossener Vertrag gebührenrechtlich als solcher auf bestimmte Zeit gewertet werden kann. Dieser Fall tritt ein, wenn das Rechtsverhältnis in einem bestimmten Zeitrahmen von keinem der Vertragsteile einseitig beendet werden kann. Zum Beispiel gilt bei Kündigungsverzicht des Mieters der Vertrag gebührenrechtlich als auf die Dauer des Verzichts befristet. Das Mietrechtsgesetz beinhaltet, mit Ausnahme des Kündigungsgrundes aus „Eigenbedarf“, hauptsächlich Kündigungsgründe für die Vermietung von Wohnräumen – eine Kündigung des Mietvertrages für Geschäftsräume wird als eher unwahrscheinlich angesehen. 

Grundsätzlich kann ein unbefristeter Mietvertrag aus gebührenrechtlicher Sicht als ein mit bestimmter Vertragsdauer und folglich als Vertrag auf unbestimmte Dauer qualifiziert werden. Eine frühzeitige Auflösung durch den Vermieter kommt meist nur aufgrund von Eigenbedarf in Frage. Daher ist es wichtig sowohl den Umfang des Kündigungsrechtes als auch die Wahrscheinlichkeit der Anwendung von Kündigungsrechten zu beachten. Aufgrund der aufgezählten Argumente wird eine erhöhte Sorgfalt bei der Ausgestaltung von Mietverträgen für Geschäftsräumlichkeiten empfohlen, um Unstimmigkeiten und eine überhöhte Mietvertragsgebühr zu vermeiden.

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