Wir haben die wesentlichen Punkte aus dem Regierungsprogramm für den Zeitraum 2017 bis 2022 für Sie nachfolgend zusammengestellt. Es handelt sich dabei mehr um Zielsetzungen als um konkrete Maßnahmen, daher auch nur ein kursorischer Auszug. Einzig zum Familienbonus gibt es schon ein Ministerratsprogramm.

„Familienbonus“

Der sogenannte „Familienbonus Plus“ ist als echter Steuer-Abzugsbetrag iHv € 1.500 pro Kind und Jahr ausgestaltet, welcher bis zum 18. Lebensjahr gewährt werden soll, sofern ein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht und das Kind in Österreich lebt. Der Familienbonus ist jedoch nicht negativsteuerfähig. Im Gegenzug sollen der Kinderfreibetrag und die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten zukünftig wegfallen.

Neufassung des Einkommensteuergesetzes (EStG 2020) mit div. Änderungen und Vereinfachungen:

  • Einführung einer „Einheitsbilanz“
  • Reduktion der Anzahl der Einkunftsarten
  • Vereinfachung der Gewinnermittlung für Personengesellschaften
  • Tarifreform mit Vereinfachung bei den sonstigen Bezügen und Steigerung der Rechtsformneutralität
  • Abschaffung der kalten Progression
  • Zusammenfassung von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen unter den Begriff „abzugsfähige Privatausgaben“ und Begünstigung privater Alters- und Pflegevorsorge

Steuerliche Anreize im Zusammenhang mit Immobilien

  • Verkürzung des Verteilungszeitraums auf 10 Jahre (aktuell 15 Jahre) für Instandsetzungsarbeiten sowie beim begünstigten Herstelleraufwand
  • generelle Verkürzung von Abschreibungsdauern für nichtbegünstigte Herstellungsaufwendungen, wobei zwischen Sanierung und Neubau unterschieden werden soll
  • Investitionsfreibetrag für Wohnbauerrichtungs- und Wohnraumsanierungskosten (in Anlehnung an den „Handwerkerbonus“)
  • Verkürzung des Vorsteuerberichtigungszeitraum von 20 auf 10 Jahre

Sonstige geplante Änderungen

  • Senkung der Körperschaftsteuer auf ein attraktives Niveau
  • Betriebsprüfungen sollen von den Unternehmen im Sinne höherer Rechtssicherheit selbst beantragt werden können
  • Rückgängigmachen jüngster Gesetzesänderungen: von der Senkung des Umsatzsteuersatzes für Übernachtungen auf 10% (von 13%) bis zu einem Zurück an den Start bei der Einlagenrückzahlung i.S.d. § 4 Abs. 12 EStG – hier soll wieder der Zustand vor der Steuerreform 2015/16 hergestellt werden
  • Erhöhung des Grunderwerbsteuer-Freibetrags bei Unternehmensübergaben innerhalb der Familie
  • „digitale Betriebsstätte“ im internationalen Steuerrecht, wofür allerdings Verhandlungen auf bilateraler Ebene (Doppelbesteuerungsabkommen) oder auf EU-Ebene notwendig sein werden.
  • Administrative Änderungen – insbesondere bei der Lohnverrechnung – mit der Zielsetzung Vereinfachung und Kosteneinsparung, insb durch Harmonisierung der Beitragsgrundlagen und Schaffung einer einheitlichen Dienstgeberabgabe (beinhaltet dann DB, DZ, Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung sowie Kommunalsteuer)
  • Abschaffung der Mehrfachversicherung in der gesetzlichen Sozialversicherung und Reduktion der Unfallversicherungsbeiträge (für alle) sowie der Arbeitslosen-Versicherungsbeiträge (für Wenigverdiener)
  • allgemein soll es zu einer schnelleren Erledigung durch die Finanzbehörden kommen
  • Entfall verpflichtender Verlautbarungen in der Wiener Zeitung

Der Gesetzwerdungsprozess bleibt freilich noch abzuwarten. Wir werden Sie wie gewohnt laufend über Neuerungen informieren.

 

 

 

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+43 50885 – 100

andreas.payer@uniconsult.at

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