Wir haben im letzten Jahr bereits über die automatische Übermittlung der Sonderausgaben berichtet. Diese ist ab 2018 für Sonderausgaben des Jahres 2017 möglich. Bis 28. Februar 2018 müssen Spenden (Ausnahme betriebliche Spenden), Kirchenbeiträge und Beiträge für freiwillige Weiterversicherung sowie der Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung von den jeweils empfangenden Organisationen (z.B. Kirchenbeitragsstelle) an die Finanzverwaltung automatisch gemeldet werden. Damit die Sonderausgaben dem Finanzamt automatisch übermittelt werden, musste bis Ende 2017 Vor- und Nachname sowie das Geburtsdatum bekannt gegeben werden. 

Der Vorteil der automatischen Übermittlung liegt darin, dass die Sonderausgaben bei der Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommensteuererklärung automatisch geltend gemacht werden. Berücksichtigt werden die Sonderausgaben immer für jene Person, für die Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum bekannt gegeben wurde. Von welchem Konto die Sonderausgaben stammen, ist unerheblich.

Damit Sie überprüfen können, welche Sonderausgaben die empfangenden Organisationen an das Finanzamt übermittelt haben bzw. ob diese Daten korrekt sind, können Sie diese ab spätestens 1. März 2018 im Finanzonline unter dem Menüpunkt Abfragen/Datenübermittlungen einsehen.

Welche Möglichkeiten gibt es nun, wenn keine oder falsche Daten übermittelt wurden?

Im ersten Schritt ist die Organisation über den Fehler in Kenntnis zu setzen und diese hat eine berichtigte Meldung zu machen. Erfolgt trotzdem keine Fehlerkorrektur der empfangenden Organisation und können die Sonderausgaben dem Finanzamt glaubhaft gemacht werden, können diese Sonderausgaben ausnahmsweise trotz fehlerhafter oder fehlender Meldung geltend gemacht werden.

Wie können Sonderausgaben beim Ehepartner oder Elternteil berücksichtigt werden?

In einigen Fällen sollen die übermittelten Sonderausgaben – z.B. beim Kirchenbeitrag, bei der freiwilligen Weiterversicherung oder dem Nachkauf von Versicherungszeiten – bei einer anderen Person (z.B. Ehepartner oder Elternteil) berücksichtigt werden. Dies ist nur über das Formular L1d möglich.

Die Vorgehensweise lässt sich am einfachsten mittels eines Beispiels erläutern.

Beispiel: Dem Ehepaar Anna und Stefan wurde für 2017 gemeinsam ein Kirchenbeitrag von € 350 vorgeschrieben. Bei Finanzonline unter Abfragen/Datenübermittlung informieren sich Anna und Stefan darüber, wie viel die Kirchenbeitragstelle jeweils übermittelt hat. Bei Stefan wurden € 300 und bei Anna € 50 übermittelt. Dies entspricht dem jeweiligen Anteil. Da Stefan aber mehr verdient als Anna, hat er den gesamten Kirchenbeitrag von € 350 bezahlt. Damit der Kirchenbeitrag zur Gänze bei Stefan berücksichtigt wird, müssen sowohl Stefan als auch Anna ein Formular L1d ausfüllen. Anna trägt den Betrag € 0 ein und gibt gleichzeitig in dem Formular L1d die Sozialversicherungsnummer bzw. das Geburtsdatum von Stefan bekannt. Stefan füllt ebenfalls ein L1d aus, in welchem er den gesamten Betrag von € 350 angibt.

Bei weiteren Fragen informiert Sie gerne Ihr UNICONSULT-Berater!

 

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