Üblicherweise erhalten Trinkgelder etwa Arbeitnehmer im Frisörgewerbe, im Hotel- und Gastgewerbe oder im Gewerbe der Kosmetiker, Fußpfleger und Masseure. Wird im Zuge eines Besuches nun Trinkgeld gewährt, so stellt sich die Frage, ob dieses zu versteuern ist.

Die Steuerfreiheit von Trinkgeldern ist laut Lohnsteuerrichtlinien nur unter den genannten Voraussetzungen gegeben:

  • Das Trinkgeld muss einem Arbeitnehmer anlässlich einer Arbeitsleistung von dritter Seite zugewendet werden (d. h. nicht vom Arbeitgeber; Kreditkartentrinkgelder sind begünstigt, wenn die mit Kreditkarte bezahlten Trinkgelder an den Arbeitnehmer weitergegeben werden).
  • Das Trinkgeld muss ortsüblich (branchenüblich und angemessen) sein.
  • Das Trinkgeld muss freiwillig, ohne dass ein Rechtsanspruch darauf besteht, sowie zusätzlich zum Lohn/Gehalt bezahlt werden.
  • Dem Arbeitnehmer darf die direkte Annahme des Trinkgeldes nicht aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Bestimmungen untersagt sein.
  • Das Trinkgeld erfolgt zwar im Zusammenhang mit dem Dienstverhältnis, muss aber letztlich „außerhalb“ dessen stehen. Garantiertes Trinkgeld bzw. garantierte Trinkgeldhöhen seitens des Arbeitgebers sind daher nicht steuerbefreit.

Liegen sämtliche Voraussetzungen vor, so sind Trinkgeldzahlungen von der Lohnsteuer sowie vom Dienstgeberbeitrag und der Kommunalsteuer befreit. Trinkgelder an den Unternehmer stellen hingegen steuerpflichtige Einnahmen dar.

Ob Trinkgelder daher tatsächlich steuerfrei sind oder nicht, ist im jeweiligen Einzelfall zu prüfen. Wir unterstützen und beraten Sie dabei gerne!

 

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