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Jahresprämien werden in der Praxis oft in Monatsraten verteilt zur Auszahlung gebracht. Dieser Modus in gleichbleibenden Tranchen soll das Jahressechstel erhöhen und damit beträchtliche steuerliche Vorteile ausreizen. 

Siebentelmodell

Die in der Steuerpraxis als „Siebentelmodell“ bekannte Gestaltung sieht die optimierte Verteilung einer Jahresprämie vor: Sechs Siebentel werden laufend ausgezahlt, das restliche Siebentel gelangt im letzten Monat der verteilten Prämie als Sonderzahlung zur Auszahlung. Zudem wird die Auszahlung der weiteren Sonderzahlungen (Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration) vorgezogen. Durch die Umrechnung bisher zugeflossener laufender Bezüge auf das Kalenderjahr jeweils im Zeitpunkt der Auszahlung des sonstigen Bezugs kommt es zu einer Steuerersparnis.

Strittig war bis dato, ob die gleichbleibenden monatlichen Raten als laufende Bezüge anzusehen sind – und damit das Jahressechstel erhöhen – oder sonstige Bezüge bleiben.

Der VwGH hat unlängst das insbesondere bei der Auszahlung von Geschäftsführerbezügen beliebte „Siebentelmodell“ zur Steueroptimierung – anders als noch zuvor das BFG bestätigt.

Im vorliegenden Sachverhalt hatte ein Geschäftsführer folgende Bezüge erhalten:

  • von Jänner bis Dezember durchgehend ein als „laufendes Gehalt“ bezeichnetes Entgelt in gleichbleibender Höhe,
  • von Jänner bis Juni als weiteren laufenden Bezug ein als „laufende Prämie“ bezeichnetes, jährlich variables Entgelt,
  • als sonstigen Bezug einen Urlaubszuschuss im April und
  • als sonstigen Bezug eine Weihnachtsremuneration im Juni.

Das Erkenntnis des VwGH

Der VwGH hat das „Siebentelmodell“ bestätigt: 

Die „den laufenden Bezügen zugerechneten sonstigen Bezüge“ – also solche, die das Jahressechstel überschreiten – bleiben sonstige Bezüge und erhöhen das Jahressechstel nicht. Solche Bezüge sind nur „wie“, nicht aber „als“ laufende Bezüge zu besteuern.

Davon zu unterscheiden sind Fälle, in denen der Auszahlungsmodus zur Verneinung des Vorliegens eines sonstigen Bezugs führt. Sonstige Bezüge müssen nach ständiger Rechtsprechung des VwGH zwei Bedingungen erfüllen: 

  1. Sie unterscheiden sich im Rechtstitel und durch die tatsächliche Auszahlung deutlich von den laufenden Bezügen.
  2. Es gibt keine sonstigen Bezüge allein „aufgrund des Rechtstitels“.

Offen bleibt, ob der VwGH in der geballten Auszahlung in der ersten Jahreshälfte eine missbräuchliche Gestaltung erblickt. In diesem Erkenntnis musste er sich dazu nicht äußern, hätte die Frage freilich  klären können. Die Vereinbarung einer (früheren) Fälligkeit von Sonderzahlungen ist mit Blick auf den deutlich erhöhten Arbeitsanfall in der ersten Jahreshälfte – Stichwort: „saison- und einsatzkonforme Auszahlung“ – wohl kaum ungewöhnlich und unangemessen.

FAZIT

Durch dieses Urteil ist für die Unternehmen Optimismus angebracht: Der VwGH hat die optimierte Gestaltung des Jahressechstels durch das sogenannte „Siebentelmodell“ bestätigt und sich damit der langjährigen Verwaltungspraxis angeschlossen. Jahresprämien können somit weiterhin in Monatsraten nur in einer Jahreshälfte verteilt laufend ausgezahlt werden; sie erhöhen das Jahressechstel. Offen bleibt, ob die konzentrierte Auszahlung von laufenden und sonstigen Bezügen im ersten Kalenderhalbjahr als missbräuchliche Gestaltung angesehen werden kann. Es spricht allerdings vieles dafür, dass dem nicht so ist.

Ihr UNICONSULT-Berater steht Ihnen bei Fragen zur Steueroptimierung durch das Siebentelmodell jederzeit gerne mit Auskunft zur Verfügung.

 

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