Viele Mütter und auch immer mehr Väter wollen nach der Geburt ihres Kindes bzw. nach einer Elternkarenz nur mehr einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Es stellt sich die Frage, ob die betreffenden MitarbeiterInnen dabei das einseitige Recht auf eine Änderung der Dauer und Lage ihrer Arbeitszeit haben, oder ob eine Teilzeitbeschäftigung mit dem Arbeitgeber vereinbart werden muss.

Anspruch auf Elternteilzeit

MitarbeiterInnen, die in Betrieben mit mehr als 20 Dienstnehmern schon mindestens drei Jahre tätig sind, haben ein Recht auf eine Teilzeitbeschäftigung, längstens bis zum 7. Lebensjahr bzw. bis zu einem späteren Schuleintritt des Kindes. Dabei muss die wöchentliche Normalarbeitszeit um mindestens 20% reduziert werden, wobei die Wochenarbeitszeit 12 Stunden nicht unterschreiten darf (= Bandbreite). Insbesondere die Zeiten einer Elternkarenz sind auf diese 3-Jahresfrist anzurechnen. Die MitarbeiterInnen haben mit dem Arbeitgeber den Beginn, die Dauer, das Ausmaß sowie die Lage der Teilzeitbeschäftigung zu vereinbaren. Hierbei sind die die Interessen der MitarbeiterInnen sowie die betrieblichen Interessen zu berücksichtigen. Kommt keine Einigung zustande, können die MitarbeiterInnen die Teilzeitbeschäftigung erst einmal antreten. Der Arbeitgeber muss beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht zuerst einen Antrag zur gütlichen Einigung und folglich eine Klage einbringen.

Vereinbarte Teilzeitbeschäftigung

Haben die MitarbeiterInnen keinen Anspruch auf eine Elternteilzeit, weil die oben genannten Voraussetzungen nicht zur Gänze erfüllt sind, kann eine Teilzeitbeschäftigung längstens bis zum Ablauf des 4. Lebensjahres des Kindes vereinbart werden. Im Unterschied zum oben genannten Anspruch, muss eine Teilzeitbeschäftigung hier vereinbart werden – es besteht kein Rechtsanspruch. Kommt zwischen den MitarbeiterInnen und dem Arbeitgeber keine Einigung zustande, müssen, anders als bei der oben genannten Variante, die MitarbeiterInnen den Arbeitgeber auf Einwilligung in die Teilzeitbeschäftigung klagen. 

Wird ein Teilzeitmodell vereinbart, auch außerhalb der Bandbreite, so liegt eine Elternteilzeit mit allen daraus resultierenden Konsequenzen vor, insbesondere besteht auch der besondere Kündigungs- und Entlassungsschutz. Festzuhalten ist, dass grundsätzlich keine besondere Formvorschrift für eine Elternteilzeit erforderlich ist. Eine Elternteilzeit liegt auch vor, wenn für den Arbeitgeber erkennbar ist, dass die „gewonnene Freizeit“ für die Kinderbetreuung verwendet wird. Erklärt zB. eine Mutter nach der Karenz, dass sie Teilzeit benötigt, weil sie sonst die Betreuung des Kindes nicht bewältigen könne, liegt Elternteilzeit vor. 

Beide Elternteile können auch gleichzeitig Elternteilzeit konsumieren, nimmt allerdings ein Elternteil die Elternkarenz in Anspruch, ist die Betreuung des Kindes ausreichend gewährleistet und der andere Elternteil kann nicht gleichzeitig Elternteilzeit verbrauchen. 

Achtung: Die Elternteilzeit ist vom „Papamonat“ sowie auch vom Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld durch die Sozialversicherung auseinanderzuhalten.

Bei Fragen zu diesem Thema steht Ihnen Ihr UNICONSULT-Betreuer gerne zur Verfügung.

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Christina Sacherl LL.M.

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