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Im österreichischen Umsatzsteuerrecht besteht die Möglichkeit, zu Jahresbeginn bestimmte Wahlrechte auszuüben. Dabei ist es wichtig, die dafür vorgesehenen Fristen zu kennen und auch einzuhalten, da ansonsten eine Inanspruchnahme der Wahlrechte erst wieder im nächsten Jahr möglich ist. Im folgenden Beitrag informieren wir Sie, bis wann die Wahlrechte ausgeübt werden müssen.

Wechsel zwischen Soll- und Istbesteuerung

Der Unterschied zwischen Soll- und Istbesteuerung liegt in der Entstehung der Steuerschuld. Kommt die Sollbesteuerung zur Anwendung, entsteht die Umsatzsteuerschuld mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Lieferung oder sonstige Leistung erbracht wird. Im Gegensatz dazu kommt es bei der Istbesteuerung auf die Vereinnahmung des Entgelts an. Die Umsatzsteuerschuld entsteht in dem Kalendermonat, in dem das Entgelt dem leistenden Unternehmer tatsächlich zugeflossen ist. Ebenso wird der Vorsteuerabzug vom Wechsel zwischen Soll- und Istbesteuerung beeinflusst. Während bei der Sollbesteuerung der Zeitpunkt der Leistungserbringung bzw. der Rechnungslegung maßgebend ist, wird bei der Istbesteuerung auf die Bezahlung der Rechnung abgestellt.

Die Möglichkeit dieses Wahlrechts besteht in Österreich für Unternehmer, die eine freiberufliche Tätigkeit ausüben oder für Unternehmer die nicht Buchführungspflichtig sind. Für einen Wechsel zwischen Soll- und Istbesteuerung ist ein Antrag notwendig, der bis zum 15.3 (Abgabetermin der ersten Umsatzsteuervoranmeldung) beim Finanzamt einzubringen ist.

Freiwillige monatliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Grundsätzlich regelt das Umsatzsteuergesetz, wer zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet ist. Kleinunternehmer (Umsatz < 30.000 € jährlich), die nicht zur Regelbesteuerung optieren, sind nicht zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet. Liegt der Vorjahresumsatz zwischen 30.000 € und 100.000 €, ist eine Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich verpflichtend einzureichen. Hat der Umsatz des vorangegangenen Kalenderjahres 100.000 € überschritten, ist im Gesetz eine monatliche Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen vorgeschrieben.

Eine freiwillige Abgabe von monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen ist durchaus möglich. Dafür ist kein Antrag notwendig. Das Wahlrecht gilt als ausgeübt, wenn die Umsatzsteuervoranmeldung für den ersten Kalendermonat fristgerecht dem Finanzamt übermittelt wird. In der Regel ist die Ausübung dieses Wahlrechts somit bis 15.3 möglich.

Für die Berechnung der Vorteilhaftigkeit dieser Wahlrechte, können Sie sich gerne an Ihren UNICONSULT-Berater wenden.

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Lukas Schönbauer LL.M.

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