Verrechnungspreise – Aktuelle Änderungen unter Berücksichtigung von BEPS

Aufgrund der verfahrensrechtlich gebotenen erhöhten Mitwirkungspflicht bei Auslandssachverhalten ist nur eine aktuelle und den rechtlichen Voraussetzungen entsprechende Verrechnungspreis-Dokumentation wirksam, um die Position des Steuerpflichtigen gegenüber der Finanzverwaltung zu unterstützen. Es kann zu einer Beweislastumkehr zulasten des Steuerpflichtigen kommen. Liegt eine entsprechende Dokumentation vor, muss hingegen die Finanzverwaltung nachweisen, dass diese nicht angemessen ist. Für eine gute Ausgangsposition ist es notwendig, dass das dokumentierte Verrechnungspreis-System den tatsächlichen Sachverhalten entspricht, durch schriftliche Verträge untermauert ist und vor allem auf fremdüblichen Verrechnungsmodalitäten beruht.

Die Dokumentation sollte unter anderem folgende Punkte enthalten:

  • Sachverhaltsdarstellung
  • Marktumfeld
  • Branchenanalyse
  • Vollständige Darstellung der Transaktionen
  • Beteiligungsstruktur (Organigramm)
  • Funktions- und Risikoanalyse
  • Unternehmenskennzahlen (Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahlt etc.)
  • Externe Preisvergleichsdaten (falls vorhanden) zur Untermauerung der Fremdüblichkeit

Mag. Johanna Baumann, UNICONSULT Schärding

Wenig nachvollziehbar für die Finanz sind insbesondere nicht greifbare Leistungen wie etwa Dienstleistungsunterstützungen (EDV etc.). Diese tatsächlichen Leistungserbringungen sind am besten mittels zusätzlicher Belege (E-Mail-Korrespondenz etc.) nachzuweisen. Des Weiteren ist ein Augenmerk darauf zu legen, dass für maßgebliche Transaktionen schriftliche Verträge und Kalkulationen aufliegen. Bei langjährigen Geschäftsbeziehungen kann es hier oftmals notwendig sein, dass Verträge neu- bzw. nachverhandelt werden.

Ist hingegen noch überhaupt keine Verrechnungspreis-Dokumentation vorhanden, so sollte dies baldmöglichst nachgeholt werden.

Nach Ansicht der österreichischen Finanzverwaltung muss eine entsprechende Dokumentation bereits im Zeitpunkt der Erstellung der Steuererklärung (vgl. EAS 3198 v. 24.1.2011) vorhanden sein.

Mit dem OECD-Projekt „BEPS“ (Base Erosion and Profit Shifting) sollen Maßnahmen zur Vermeidung von Gewinn- und Steuersubstratverschiebungen durch multinationale Unternehmen umgesetzt werden.

Die laut BEPS Action 13 notwendige Verrechnungspreis-Dokumentation verlangt einen dreigliedrigen Ansatz, der wie folgt aufgebaut ist:

  • Master File (Stammdokumentation)
  • Local File (länderspezifische Dokumentation)
  • Country-by-Country Reporting (länderbezogene Berichterstattung – vorgesehen für Konzerne mit konsolidiertem Jahresumsatz von EUR 750 Mio.)
  • kurz CbC Reporting

Neben der OECD beschäftigt sich auch das EU Parlament mit verschiedenen Maßnahmen zur Erhöhung der Steuertransparenz. Hier wird sogar angedacht, dass CbC Reporting zwingend zu veröffentlichen sind. Die OECD hingegen hat lediglich einen Informationsaustausch zwischen den Steuerverwaltungen der betreffenden Länder vorgesehen. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren:

Um die Website optimal gestalten und laufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close