Laut Umsatzsteuerrichtlinien werden bei einem Reihengeschäft von mindestens drei Unternehmern Umsatzgeschäfte über denselben Gegenstand abgeschlossen, wobei der Gegenstand unmittelbar vom ersten Unternehmer zum letzten Abnehmer gelangt. Für jeden einzelnen (gedanklich) hintereinander stattfindenden Umsatz in der Reihe ist der Leistungsort neu zu bestimmen. Die Bestimmung des Leistungsortes sowie die umsatzsteuerlich korrekte Abhandlung der Reihengeschäfte stellen idR eine geringe Hürde dar. Vielmehr liegt das Problem in der Identifizierung eines Reihengeschäfts durch die Mitarbeiter/innen, da diese oftmals mit buchhalterischen Sachverhalten (z.B. Vertrieb) nicht vertraut sind. Um den organisatorischen Ablauf zu optimieren sollte neben laufenden Schulungen der Einsatz von Checklisten überlegt werden.

Oftmaliges Alltagsproblem:
Die Identifizierung eines Reihengeschäfts mit Auslandsbezug ist vorwiegend beim ersten Unternehmer (Lieferer) und beim letzten Unternehmer (Empfänger) in der Reihe von besonderer Relevanz.
Im unternehmerischen Arbeitsablauf sind die ersten Mitarbeiter/innen, die mit dem Reihengeschäft in Kontakt treten, oftmals nicht umsatzsteuerfit und hinsichtlich der Konsequenzen der falschen umsatzsteuerlichen Beurteilung nicht genügend informiert. In der Regel sind es Mitarbeiter/innen der Einkaufs- und Verkaufsabteilung, welche bereits Vorbereitungstätigkeiten (z.B. Vorfakturierung) für die Buchhaltung vornehmen. Wichtige Informationen, wie etwa die Versendung an eine andere als auf den Kunden lautende Lieferadresse, könnten unbeachtet bleiben, wodurch der Sachverhalt falsch beurteilt werden könnte. Personen, die über das umsatzsteuerliche Know-how verfügen, sind im unternehmerischen Arbeitsablauf meist in einer späteren Phase involviert, wodurch der Sachverhalt entweder umsatzsteuerlich falsch behandelt oder bei nachträglicher Identifizierung eines Reihengeschäftes mühsam saniert werden muss, um u.a. Steuernachzahlungen zu vermeiden. Um die Mitarbeiter in Ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen, kann folgende Checkliste verwendet werden:

CHECKLISTE REIHENGESCHÄFT

Die oben angeführte Abbildung kann an einem Beispiel erläutert wie folgt erfolgen:
Ein möglicher Hinweis für ein Reihengeschäft in Prüfschritt 1 kann eine abweichende Kunden- und Lieferadresse sein. In Prüfschritt 2 ist von den Mitarbeitern zu ermitteln, ob der Gegenstand vom ersten zum letzten Unternehmer in der Reihe gelangt. Hierbei ist es unerheblich, ob der Gegenstand von einem Unternehmer selbst befördert oder durch einen Dritten (z.B. Spedition) versendet wird. Sofern die ersten beiden Prüfschritte bejaht werden, ist in Prüfschritt 3 zu klären, ob sich zumindest ein Unternehmen in der Reihe im Ausland befindet. Wird auch diese Frage positiv beantwortet, sollte eine Information an die Buchhaltungsabteilung bzw. steuerliche Vertretung ergehen, damit eine fundierte Abklärung erfolgt.
Fazit
Die falsche Abhandlung eines Reihengeschäftes kann zu hohen Kosten im Unternehmen führen, da es bei einer falschen Klassifizierung zu zeit- und kostenaufwendigen Berichtigungen bzw. im ungünstigsten Fall zu einer doppelten Besteuerung mit Versagung bzw. Verzögerung des Vorsteuerabzugs beim Erwerber kommen kann.

Aus diesem Grund ist es notwendig, jene Mitarbeiter/innen für Reihengeschäfte zu sensibilisieren, die im unternehmerischen Arbeitsablauf vor der Rechnungswesen Abteilung angesiedelt sind. In Zweifelsfragen sollte jedenfalls Kontakt mit der Buchhaltungsabteilung oder der steuerlichen Vertretung aufgenommen werden.
Für weitere Fragen und zur genaueren umsatzsteuerlichen Beurteilung stehen wir gerne zur Verfügung!

 

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Mag. Johanna Baumann

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johanna.baumann@uniconsult.at

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